Oma Emmi plaudert aus dem Nähkästchen

Großmütter sind nicht nur wunderbare Weggefährten für uns, wir können auch noch jede Menge von ihnen lernen, wenn es um das Thema Sparen geht. Denn auch wenn wir es gern behaupten würden: Das Haushaltsbuch ist keine Erfindung von uns, das gibt es ja schon deutlich länger. Unsere Großmütter haben mit einem Haushaltsbuch in Papierform schon lange vor unserer Zeit gearbeitet. Aber lasst uns doch einfach mal mit einer wachechten Omi sprechen. Wir haben uns mit Oma Emmi getroffen. Sie ist 87 Jahre alt und ein echter Sparfuchs:


MoneyControl: Oma Emmi, seit wann nutzen Sie ein Haushaltsbuch?

Oma Emmi: Ich habe mir das Führen eines Haushaltsbuchs von meiner Mutter abgeschaut. Für mich gehörte es direkt zu meinem Leben dazu. Als ich auszog, weil ich meinen Mann geheiratet habe, war es selbstverständlich, mit unserem Geld sparsam zu haushalten und das klappte am besten, wenn ich mir die Kosten vor Augen führte. Gerade in jungen Jahren – ich war noch nicht so geübt in der Haushaltsführung – war ich froh, um diese Stütze. Heute bräuchte ich es sicherlich nicht mehr, aber es ist ein Teil meines Alltags.

MoneyControl: Wie war Ihre finanzielle Situation als Sie mit dem Haushaltsbuch anfingen?

Oma Emmi: Ich bin 1931 geboren. Da kann man sich ausmalen, dass meine ersten Jahre mit eigenem Haushalt nicht die einfachsten gewesen sind. In dieser Zeit habe ich viel gelernt. Man wurde erfinderisch. Ich habe viel eingekocht und auf Vorrat im Keller gebunkert. Man konnte mit anderen Nachbarn auch mal tauschen gegen Lebensmittel oder andere Konsumgüter, die einem selbst in diesem Moment fehlten. Generell habe ich immer so gekocht, dass ich möglichst wenig ausgeben musste und viele Tage satte Bäuche am Tisch hatte. Saisonal und regional war damals einfach Pflicht.

MoneyControl: Was können Sie jungen Menschen heute mit auf den Weg geben, wenn es um die eigenen Finanzen geht?

Oma Emmi: Ich habe stets nur so viel Geld ausgegeben, wie ich zur Verfügung hatte. Käufe auf Kredit gab es für mich und meine Familie nicht. Ich hätte nicht ruhig schlafen können und die Vorfreude war umso größer, wenn man sich einen Wunsch irgendwann erfüllen konnte. Wir haben für jeden Monat einen Speiseplan aufgestellt. An den habe ich mich immer gehalten und auch so einkauft. Extras gab es eigentlich kaum. Noch heute gehe ich möglichst mit eigenen Einkaufstaschen zum Markt. Das spart mir den Kauf von Plastiktüten oder Mehrwegbeuteln. Verpackungen generell versuche ich zu vermeiden. Denn ich möchte nicht nur Geld sparen, sondern auch Müll. Und das geht mit wenigen Handgriffen ganz einfach. Wir leben heute in einer Welt voll Überfluss. Das ist einerseits schön, andererseits verliert man sich schnell aus den Augen. Man kauft Unmengen Nahrungsmittel, die dann in der Tonne landen, zwanzig Putzmittel warten im Schrank auf ihren Einsatz… Der Schlüssel zu gesunden Finanzen liegt für mich in der Achtsamkeit.

MoneyControl: Was genau meinen Sie damit?

Oma Emmi: Wer Achtsam mit sich und seiner Umwelt ist, der denkt nach, bevor er Dinge tut. Brauche ich dieses und jedes wirklich? Habe ich nicht noch genug zuhause? Ich spare mein Geld nicht nur, weil ich Geld sparen möchte. Es geht dabei um viel mehr. Verschwendung ist nicht meine Natur. Aber vielleicht ist das eine Generationenfrage? Das weiß ich nicht genau. Ich habe ja nur meine bescheidene Sichtweise und verstehe das große Ganze vielleicht nicht.

MoneyControl: Würden Sie auch ein elektronisches Haushaltsbuch nutzen?

Oma Emmi: Wäre ich 20 Jahre jünger, dann wäre das für mich sicher eine denkbare Option. Aber ich habe nicht unbedingt ein Faible für Smartphones und das wäre ja die Voraussetzung :-). Für die jüngere Generation ist das aber eine tolle Möglichkeit, sein Geld im Blick zu behalten. Denn das Handy ist ja mittlerweile für viele ein wichtiger Begleiter im Alltag. Dann erfüllt es wenigstens noch einen zusätzlichen Nutzen J.

MoneyControl: Haben Sie abschließend noch einen Tipp für die Enkelgeneration, den sie unbedingt ans Herz legen möchten?

Oma Emmi: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Wer früh versteht, mit seinem Geld umzugehen, der wird sein Leben lang davon profitieren. Allen Eltern würde ich raten, spielerisch an das Thema heranzuführen und vor allem, konsequent zu bleiben. Wenn das Taschengeld alle ist, dann ist es alle. Geld wächst ja nicht an Bäumen. Wir müssen alle sehr hart dafür arbeiten. Das darf man aus meiner Sicht ruhig vermitteln.

 

Vielen Dank, Oma Emmi!

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